Gute Unterstützung ist wichtig
Wenn wir zum ersten Mal eine Führungsrolle übernehmen, dann ist das meist keine leichte Aufgabe. Es dauert einfach eine Weile, bis wir in diese neue Rolle gefunden haben. Die Anforderungen verändern sich, neue Erwartungen kommen hinzu – von außen und von uns selbst.
Gerade in dieser Phase ist Unterstützung wichtig: durch wertschätzende Vorgesetzte, durch Coaching und durch ein stabiles persönliches Umfeld. Begleitung aus verschiedenen Perspektiven hilft, sich selbst immer wieder zu reflektieren und neu zu sortieren.
Führung ist komplexer, als viele denken
Warum sollten wir geduldig mit uns selbst sein? Weil es schlichtweg komplexe Erwartungen und Herausforderungen in dieser neuen Rolle gibt. Und weil nicht in jedem Unternehmen klar anhand von Werten vorgegeben ist, wie gute Führung aussehen soll. Nicht selten gelten noch sehr konservative und autoritäre Vorstellungen von Führung in Unternehmen – verbunden mit mangelnder Kommunikationsbereitschaft seitens etablierter Führungskräfte. Das kann verunsichern und lähmen.
Wenn Strukturen nicht veränderbar sind, beginnt Führung bei mir selbst
Wenn die Rahmenbedingungen nicht eindeutig bzw. nicht veränderbar sind, dann ist doch zumindest eins ganz sicher: Ich kann bei mir selbst anfangen.
Fragen, die dann wichtig werden, sind zum Beispiel:
- Welche Idee habe ich von guter Führung?
- Wie führe ich mich selbst?
- Was brauchen die Menschen, die ich leite?
- Was ist unser gemeinsames Ziel?
- Wie kann ich meine Mitarbeitenden entsprechend ihrer Fähigkeiten entwickeln?
- Fahre ich in der Zusammenarbeit mit anderen Führungskräften die Ellenbogen aus oder ist es mir wichtiger, mich zu verbinden?
Haltung, Stärken und Grenzen kennen
Je bewusster wir unsere eigene Haltung, unsere Stärken und unsere Grenzen kennen, desto sicherer können wir unsere Führungsrolle ausfüllen. Führung beginnt mit Haltung und der Bereitschaft, sich selbst ernst zu nehmen und lernfähig zu bleiben.
Coaching und Supervision können dabei helfen, genau diese Fragen zu klären:
Wie will ich führen? Wofür stehe ich? Was passt zu mir und was nicht?
Sichtbar werden gehört zu Führung dazu
Und ganz ehrlich: Es ist nicht leicht, über Führung zu schreiben oder zu sprechen, wenn man weiß, dass Kolleg*innen das lesen und vielleicht bewerten. Aber genau das gehört zur Führungsrolle dazu: sichtbar zu werden, Position zu beziehen und dazuzulernen. Führung bedeutet nicht, perfekt zu sein. Führung bedeutet, sich auf einen Weg zu machen – mit Verantwortung für sich selbst und für andere.